Im Rahmen der Verbreitungs- und Validierungsaktivitäten des Work Package 2 (WP2) des Projekts PIPE – Programme of Inclusion for Migrant People at Risk of Social Exclusion organisierte MAG UNINETTUNO erfolgreich zwei Colloquial Talks sowie einen Workshop für Fachkräfte. Daran nahmen Expertinnen und Experten, Fachkräfte und Freiwillige teil, die täglich in den Bereichen Aufnahme, Integration und Sprachvermittlung für Migrantinnen und Migranten tätig sind.
Diese Veranstaltungen boten nicht nur die Gelegenheit, die im Rahmen von WP2 entwickelten Instrumente vorzustellen, sondern auch wertvolles Feedback von Fachkräften einzuholen, um sicherzustellen, dass die Projektergebnisse den tatsächlichen Bedürfnissen der Organisationen entsprechen, die mit Migrantinnen, Migranten und Geflüchteten arbeiten.
Dialog mit Fachkräften aufbauen
Am ersten Colloquial Talk nahmen Vertreterinnen und Vertreter von NGOs, italienischen außerordentlichen Aufnahmezentren (CAS), Rechtsberatungsstellen und Organisationen teil, die im Bereich der Integration von Migrantinnen und Migranten tätig sind. Die Teilnehmenden lernten die vier wichtigsten WP2-Ergebnisse kennen: den Leitfaden und Ressourcen für den Unterricht in der Landessprache (Leitfaden zur Landessprache), den Leitfaden und Aktionsplan für kulturelles Training für Fachkräfte (Kultureller Aktionsplan), das Diagnoseinstrument, das in den Strategischen Aufnahmeplan integriert ist, um institutionelle Lücken in den Trainingsprogrammen zu kultureller Vielfalt und Integration von Migrant:innen zu identifizieren (Diagnoseinstrument) sowie die PIPE-Plattform. Gemeinsam diskutierten sie deren praktischen Nutzen und wie diese Ressourcen bestehende Angebote ergänzen können.
Die Diskussion machte deutlich, wie wichtig praxisnahe und leicht zugängliche Materialien sind, die Fachkräfte in ihrer täglichen Arbeit konkret unterstützen. Besonders geschätzt wurden der Leitfaden zur Landessprache und das Diagnoseinstrument. Gleichzeitig betonten die Teilnehmenden, dass das Toolkit auch nach Projektende weiter verbreitet werden sollte, um seine langfristige Wirkung sicherzustellen. Zu den Empfehlungen gehörten die Entwicklung zusätzlicher Materialien für Anfängerinnen und Anfänger, eine stärkere Vernetzung mit lokalen Diensten sowie Unterstützung für Organisationen bei der Integration der PIPE-Materialien in ihre bestehenden Fortbildungsangebote.
Nachhaltigkeit als gemeinsame Verantwortung
Der zweite Colloquial Talk widmete sich dem neuen Nachhaltigkeitsmodul, das in den Leitfaden zur Landessprache des WP2 integriert wurde.
Fachkräfte von Caritas Roma sowie Freiwillige, die Italienisch für Migrantinnen und Migranten unterrichten, diskutierten darüber, wie ökologische Nachhaltigkeit sinnvoll in Aufnahme- und Integrationsangebote eingebunden werden kann.
Die Diskussion weitete sich schnell über reine Umweltaspekte hinaus aus und griff das umfassendere Nachhaltigkeitsverständnis der Agenda 2030 der Vereinten Nationen auf, das Umweltverantwortung mit sozialer Inklusion, Chancengleichheit, menschenwürdiger Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe verbindet.
Die Teilnehmenden berichteten von praktischen Erfahrungen aus Aufnahmeeinrichtungen, darunter Gemeinschaftsgärten, Recyclingprojekte und Umweltbildungsmaßnahmen, aber auch von organisatorischen Herausforderungen, die eine langfristige Umsetzung häufig erschweren. Besonders interessant war der Vorschlag, innerhalb der Migrantengemeinschaften Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Nachhaltigkeit zu benennen, die nachhaltiges Verhalten fördern und die aktive Beteiligung am Gemeinschaftsleben unterstützen.
Die Diskussion bestätigte, dass Nachhaltigkeit nicht ausschließlich als Umweltschutz verstanden werden sollte, sondern als wesentlicher Bestandteil einer inklusiven und widerstandsfähigen Gesellschaft.
Ein hochgradig interaktiver Workshop
Den Abschluss der Verbreitungsaktivitäten bildete der WP2-Workshop für Fachkräfte, der am 27. Juli 2026 in den Räumlichkeiten von Caritas Roma in Rom stattfand.
Fünf Fachkräfte aus den Bereichen Aufnahme und Integration von Migrantinnen und Migranten nahmen an der Präsenzveranstaltung teil, die bewusst als interaktive Lernerfahrung und nicht als klassische Präsentation konzipiert war.
Nach einer Vorstellungsrunde lernten die Teilnehmenden den gesamten WP2-Lernpfad kennen: beginnend mit dem Diagnoseinstrument, gefolgt vom Kulturellen Aktionsplan und abschließend dem Leitfaden zur Landessprache sowie der PIPE-Plattform.
Anstatt lediglich die Projektergebnisse zu präsentieren, luden die Moderatorinnen und Moderatoren die Teilnehmenden dazu ein, die Instrumente selbst auszuprobieren, sie mit ihren eigenen beruflichen Erfahrungen zu verknüpfen und gemeinsam über mögliche Einsatzmöglichkeiten in ihren Organisationen zu diskutieren.
Das Diagnoseinstrument erwies sich als eines der am meisten geschätzten Werkzeuge. Es regte eine gemeinsame Reflexion über interkulturelle Kompetenzen an und führte zu lebhaften Diskussionen über die Ausbildung von Freiwilligen, organisatorisches Lernen und kontinuierliche berufliche Weiterbildung. Darüber hinaus diskutierten die Teilnehmenden, wie der Kulturelle Aktionsplan die Entwicklung strukturierter Fortbildungsstrategien unterstützen kann, und erkannten im Leitfaden zur Landessprache eine flexible Sammlung praktischer Bildungsressourcen für multidisziplinäre Teams, die mit Migrantinnen und Migranten arbeiten.
Der Workshop endete mit einer Demonstration der PIPE-Plattform sowie einer offenen Diskussion, in der die Teilnehmenden Empfehlungen zur Verbesserung des Toolkits austauschten, Möglichkeiten für zukünftige Zusammenarbeit identifizierten und darüber reflektierten, wie die entwickelten Ressourcen in ihre tägliche berufliche Praxis integriert werden können.
Die Wirkung von PIPE stärken
Im Verlauf aller drei Veranstaltungen erkannten die Teilnehmenden den praktischen Nutzen des Toolkits an und würdigten insbesondere seinen integrierten Ansatz, der Selbstbewertung, Planung der beruflichen Weiterentwicklung und Bildungsressourcen in einem einzigen Lernprozess miteinander verbindet.
Die gesammelten Rückmeldungen werden zur weiteren Verbesserung der Projektergebnisse beitragen und deren Verbreitung unter Organisationen fördern, die in den Bereichen Aufnahme, Integration und Sprachvermittlung für Migrantinnen und Migranten tätig sind.
Durch die Förderung des Dialogs zwischen Forschung und Praxis haben diese Aktivitäten eines der zentralen Ziele des PIPE-Projekts gestärkt: sicherzustellen, dass innovative Bildungsressourcen nicht nur entwickelt, sondern auch validiert, verbreitet und von den Fachkräften, die sie täglich zur Förderung der Integration von Migrantinnen, Migranten und Geflüchteten einsetzen, tatsächlich genutzt werden.
Alle WP2-Materialien sind kostenlos auf pipe-platform.eu verfügbar.





