PIPE in Aktion: Workshop zum WP2-Toolkit für Fachkräfte an der Universität La Laguna

der Workshop zum Arbeitspaket 2 (WP2) des PIPE-Projekts statt – ein praxisorientiertes und reflektierendes Treffen für Fachkräfte, die mit Migrantinnen und Migranten auf den Kanarischen Inseln arbeiten. Die Sitzung, die im Rahmen des Deliverable 2.7 des Projekts stattfand, brachte Sozialpädagoginnen, Sozialarbeiterinnen, interkulturelle Vermittlerinnen, Lehrkräfte und Koordinatorinnen verschiedener Organisationen aus dem Bereich der sozialen Inklusion zusammen.

Erster Teil: Das WP2-Toolkit im Detail

Die Sitzung wurde von der Forschungsgruppe PEDACRI-ULL eröffnet, die eine detaillierte Präsentation der vier Produkte des Arbeitspakets 2 leitete.

Zunächst wurden die theoretischen und innovativen Grundlagen des Leitfadens für den nationalen Sprachunterricht (D2.3) erläutert. Diese basieren auf der Pädagogik der Gastfreundschaft: Ein Ansatz, der das Lehren einer Sprache nicht als Akt der Großzügigkeit, sondern als moralische Pflicht versteht und die Ethik der Kulturmischung (Mestizaje) sowie den Dialog des Wissens als Leitprinzipien für die Lehrpraxis verankert. Dieser theoretische Rahmen ist im Artikel „Pedagogy of Hospitality: Critical Reflection on Teaching Language to Migrants“ ausgearbeitet, der kürzlich in der Fachzeitschrift Education Sciences (MDPI, 2025) erschienen und im Open Access frei zugänglich ist.

Anschließend wurden die Grundlagen und die Funktionsweise des Kulturellen Aktionsplans (D2.4) vorgestellt, mit besonderem Augenmerk auf den stufenweisen Umsetzungsplan und den Orientierungszeitraum von 3–6–12 Monaten.

Zudem wurde der Diagnostische Fragebogen zur kulturellen Kompetenz (D2.5) eingeführt und dessen fünfteilige Struktur sowie Anwendungslogik erklärt. Die Teilnehmerinnen wurden eingeladen, diesen im Nachgang in ihren eigenen beruflichen Kontexten zu testen und in ihren Teams zu teilen, um gemeinsam zu reflektieren, wo die eigene Organisation auf dem Kontinuum der kulturellen Kompetenz steht.

Der erste Teil endete mit einer Demonstration der PIPE-Plattform, bei der gezeigt wurde, wie auf die frei zugänglichen Ressourcen in den drei Themenschwerpunkten Sprache, Kultur und Vielfalt zugegriffen werden kann.

Zweiter Teil: Interkulturelle Kompetenz ausgehend vom eigenen Namen

Die zweite Hälfte des Nachmittags wurde von Dr. Daniel Buraschi geleitet, Assistenzprofessor (Profesor Ayudante Doctor) an der ULL mit den Schwerpunkten Migration, Interkulturalität und soziale Inklusion. Durch eine Reihe von Dynamiken, die am Namen der jeweiligen Teilnehmerinnen ansetzten, erarbeitete Dr. Buraschi ein Verständnis für interkulturelle Kompetenzen aus einer erfahrungsorientierten und konkreten Perspektive – als echte Erkundung dessen, was die Begegnung mit dem Anderen in jeder Fachkraft auslöst.

Ein Raum für gegenseitiges Lernen

Im Laufe der Sitzung brachten die Teilnehmerinnen wichtige Überlegungen zu den Herausforderungen der Arbeit mit Migrantinnen und Migranten ein: institutionelle Barrieren, prekäre Bedingungen in den Teams und die Schwierigkeit, kontinuierliche Fortbildungsprozesse aufrechterhalten zu können. Dieses Feedback ist ein wesentlicher Bestandteil des Projekts und wird in die endgültige Version des Toolkits einfließen.

Alle WP2-Materialien sind kostenlos unter pipe-platform.eu verfügbar.

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