Im Rahmen des PIPE-Projekts (Programm zur Inklusion von Migranten, die von sozialer Ausgrenzung bedroht sind) bietet der Liefergegenstand 3.2 – Internationaler Bericht zu nationalen Prioritäten und Bedürfnissen eine detaillierte, vergleichende Analyse darüber, wie fünf europäische Länder — Dänemark, Deutschland, Griechenland, Italien und Spanien — die Entwicklung von Soft Skills, kulturellem Bewusstsein und Mentoring-Programmen im Kontext der Integration erwachsener Migranten angehen.
Der Bericht ist das Ergebnis umfassender Literaturrecherche, die von den Projektpartnern zwischen 2024 und 2025 durchgeführt wurde. Ziel ist es, Lücken, Stärken und nationale Prioritäten in jedem Land zu identifizieren, um die Entwicklung von Bildungs- und Unterstützungsstrategien zu steuern, die auf die tatsächlichen Bedürfnisse von Migranten zugeschnitten sind.
Wichtige Ziele des Berichts
Die Forschung konzentrierte sich auf vier Hauptziele:
- Ermittlung wesentlicher Soft Skills für die Integration erwachsener Migranten in unterschiedlichen nationalen Kontexten;
- Bewertung der Rolle des kulturellen Bewusstseins bei der Förderung von Teilhabe und Integration in den Aufnahmeländern;
- Analyse der von Arbeitgebern und Institutionen in jedem Land am meisten geschätzten Kompetenzen;
- Kartierung bestehender Mentoring-Programme für erwachsene Migranten unter Berücksichtigung von Struktur, Zugänglichkeit und Wirksamkeit.
Zentrale Ergebnisse
Die Ergebnisse zeigen eine weit verbreitete Anerkennung der Bedeutung von Soft Skills — wie Kommunikation, Problemlösung, emotionale Intelligenz und Teamarbeit — sowohl für die Beschäftigungsfähigkeit als auch für die soziale Integration. Ihre formale Aufnahme in nationale Ausbildungsprogramme ist jedoch uneinheitlich. In einigen Fällen werden Soft Skills informell oder indirekt entwickelt, mit begrenzter gezielter Unterstützung.
Beim kulturellen Bewusstsein stellt der Bericht fest, dass zwar alle Länder dessen Bedeutung anerkennen, die praktische Umsetzung jedoch variiert. Erfolgreiche Initiativen sind oft gemeindebasiert oder von NGOs geleitet, verfügen jedoch häufig nicht über stabile Finanzierung oder Integration in umfassendere politische Rahmenwerke.
In Bezug auf Mentoring zeigt die Forschung sowohl Potenzial als auch Fragmentierung. Viele Länder bieten lokale oder regionale Mentoring-Programme an — insbesondere für Flüchtlinge oder neu angekommene Migranten —, aber diese beruhen oft auf kurzfristiger Finanzierung und sind nicht systematisch in nationale Integrationsstrategien eingebettet.
Der Bericht identifiziert zudem Zugangshürden wie Sprache, fehlende Informationen, bürokratische Komplexität und Misstrauen gegenüber Institutionen. Unterschiede in den nationalen Migrationspolitiken beeinflussen außerdem erheblich Art und Umfang der verfügbaren Unterstützung.
Recommendations
Auf Grundlage der erhobenen Daten empfiehlt der Liefergegenstand 3.2:
- Die systematische Integration von Soft Skills und kulturellem Bewusstsein in die formale und nicht-formale Bildung von Migranten;
- Den Aufbau oder Ausbau von Mentoring-Netzwerken unter Gewährleistung von Kontinuität und institutioneller Unterstützung;
- Die Verbesserung der sektorübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Behörden, NGOs und lokalen Gemeinschaften;
- Den Austausch bewährter Verfahren über Grenzen hinweg, um gemeinsame Strategien und Instrumente auf europäischer Ebene zu fördern.
Dieser Bericht bildet eine solide Grundlage für die nächsten Phasen des PIPE-Projekts und unterstützt die gemeinsame Gestaltung flexibler, inklusiver Mentoring-Systeme und Bildungswege, die in den tatsächlichen Lebensrealitäten von Migranten verankert sind.
Der vollständige Bericht ist unter folgendem Link verfügbar: